Neuschnee - Kulturmagazin No. 109
‘Mr Thompson’s feeling for snow’
 
Herrn Thompsons Gespür für Schnee


Von Marko Schacher

Klassisch „schön“ sind Mark Thompsons Ölgemälde
nicht. Zu sehen sind Schneefelder,
dunkle Wälder, matschige Wege, Nebelschwaden
und graue Wolken, die von der
Leinwand zu tropfen scheinen. Weit und
breit kein Mensch, lediglich einsam gegen
die Naturgewalten ankämpfende Hütten
und dürre Telegrafenmasten. Ist die Zivilisation
hier noch nicht angekommen, oder ist
sie schon wieder geflüchtet? Trotz der teils
düsteren Stimmung strahlen Thompsons Bilder
Poesie und Romantik aus. Die lasierend
in- und übereinander gemalten Schwarz-
Weiß-Schleier verraten den meisterlichen
Umgangmit Pinsel undFarbe. In seinen Werken
verarbeitet der seit einem Jahr in Böblingen
lebende Künstler Erinnerungen an Island,
Skandinavien, Alaska – und seine Spaziergänge
durchs winterliche Böblingen.

REVIEW
Thursday, 27 May 2010